Feuchtigkeitsschutz

Bei zweischaligen Außenwänden sind die Aufgaben der einzelnen Schalen deutlich getrennt. Die Verblendschale aus Vormauerziegeln oder Klinkern hat sich in den vergangenen hundert Jahren in den Gebieten mit hoher Schlagregenbeanspruchung, wie Holland und England sowie in Norddeutschland und an den Küstengebieten, als dauerhaft beständig gegen Witterungseinflüsse bewährt. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die Verwendung von bindemittelfreien Ziegeln in der Verblendschale, welche aufgrund der natürlichen Rohstoffzusammensetzung aus tonigen Massen und der hohen Brenntemperatur bei der Herstellung von über 1000 °C besonders günstige hygrische  Eigenschaften aufweisen.

Zweischalige Außenwände mit Verblendmauerwerk sind nach DIN 4108 Teil 3 für die höchste Schlagregenbeanspruchungsgruppe III als geeignet eingestuft. Diese gute Schlagregenabwehr beruht auf der Wirkung der Verblendschale.

Ziegelverblendschalen von zweischaligen Außenwänden sind grundsätzlich nicht wasserundurchlässig. Sowohl die Mauersteine als Klinker oder Vormauerziegel als auch die Mörtelfugen besitzen ein kapillarporöses Gefüge, wodurch Feuchtigkeit transportiert werden kann. Für die Durchfeuchtung von Verblendschalen in exponierter Lage und bei starkem und anhaltendem Schlagregen sind jedoch meist Flankenrisse zwischen Mauersteinen und Mörtelfugen sowie Hohlräume im Fugennetz ausschlaggebend.

Nach DIN 4108-3 werden Verblendschalen bei zweischaligen Außenwänden als konstruktive Maßnahme zum Schutz gegen Schlagregen genannt. Somit muss eine Verblendschale unabhängig von ihrer Kapillarität und Wasserdurchlässigkeit ihre Funktion zum Schlagregenschutz erfüllen. Sperrbahnen in und hinter der Verblendschale dienen dazu, dass in sehr geringem Umfang in die Hohlschicht eingedrungenes Regenwasser nicht die Innenbauteile gelangen kann.